
Netzwerk PAIS – gemeinsam Versorgung verbessern

Versorgungssituation bei postakuten Infektionssyndromen
Postakute Infektionssyndrome (PAIS) wie ME/CFS, Long-COVID oder Post-Vac stellen das Gesundheitssystem weiterhin vor erhebliche strukturelle Herausforderungen.
Gerade schwer und sehr schwer erkrankte ME/CFS-Patient:innen sind häufig über lange Zeiträume hausgebunden oder bettlägerig und können medizinische Einrichtungen nur eingeschränkt oder gar nicht aufsuchen.
Viele dieser Patient:innen leiden unter:
• ausgeprägter Belastungsintoleranz (PEM)
• autonomer Dysregulation
• sensorischer Reizempfindlichkeit
• komplexen multisystemischen Symptomen
Trotz dieser Schwere der Erkrankung existieren bislang nur sehr begrenzte spezialisierte Versorgungsstrukturen.
Stationäre Einrichtungen, die reizintolerante Patient:innen unter geeigneten Bedingungen diagnostisch oder therapeutisch betreuen können, sind derzeit kaum vorhanden.
Auch ambulant besteht eine deutliche Versorgungslücke.
Versorgungslücke bei Schwerbetroffenen

Viele der Schwerbetroffenen:
• können keine Praxis mehr aufsuchen
• reagieren empfindlich auf Licht, Geräusche oder körperliche Belastung
• benötigen längere Gespräche und strukturierte Betreuung
• haben komplexe medizinische und sozialmedizinische Fragestellungen
Gleichzeitig stehen nur wenige spezialisierte Angebote zur Verfügung.
Hausärztliche Kolleginnen und Kollegen leisten hier häufig eine enorme Arbeit.
Neben einem ohnehin sehr anspruchsvollen Praxisalltag.
Der tatsächliche zeitliche Aufwand für
• ausführliche Anamnese
• Koordination verschiedener Mitbehandler:innen
• sozialmedizinische Begleitung
• Verlaufskontrollen
ist aufgrund der schweren Multisystemerkrankungen schwer einzuschätzen.
Bedeutung von Netzwerken
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass die Versorgung dieser Patient:innen nicht von einzelnen Praxen oder Fachrichtungen allein getragen werden kann.
Gerade bei komplexen Krankheitsbildern profitieren Patient:innen von
• kollegialem Austausch
• interdisziplinärer Zusammenarbeit
• multiprofessionellen Versorgungsstrukturen
• gemeinsamer Weiterentwicklung diagnostischer und therapeutischer Ansätze
Der Austausch klinischer Erfahrung spielt dabei eine wichtige Rolle.

Einladung zur Zusammenarbeit
Um die Versorgung weiterzuentwickeln, halte ich kollegialen Austausch und Fortbildung für besonders wichtig.
Sehr wertvoll sind beispielsweise
• Vorträge und Diskussionen in Qualitätszirkeln
• interdisziplinäre Fallbesprechungen
• fachübergreifende Fortbildungsveranstaltungen
Darüber hinaus halte ich die Entwicklung eines Curriculums zu postakuten Infektionssyndromen im Rahmen der Landesärztekammer für einen wichtigen Schritt,
um Wissen strukturiert weiterzugeben und Kolleg:innen in der Versorgung zu unterstützen.
Aufbau regionaler Netzwerke
Neben dem fachlichen Austausch ist auch der Aufbau regionaler Versorgungsnetzwerke ein wichtiger Bestandteil.
In Kooperation mit PedNet LC Kassel ist aktuell die Erstellung einer Versorgungslandkarte für Hessen geplant.
Ziel ist es, sichtbar zu machen,
• welche Kolleg:innen bereits Patient:innen mit PAIS behandeln
• welche therapeutischen Angebote verfügbar sind
• und wo weitere Versorgungsstrukturen aufgebaut werden können.
Eine solche Übersicht kann helfen, Patient:innen schneller geeignete Ansprechpartner:innen zu vermitteln und die Versorgung besser zu koordinieren.
Einladung zur Vernetzung
Sind Sie bereits in der Behandlung von Patient:innen mit ME/CFS, Long-COVID oder Post-Vac tätig
oder haben Interesse, sich in diesem Bereich zu engagieren?
Ich freue mich über den Austausch mit
• hausärztlichen Kolleginnen und Kollegen
• Fachärzt:innen verschiedener Disziplinen
• Physiotherapeut:innen
• Ergotherapeut:innen
• Psychotherapeut:innen
• weiteren therapeutischen Berufsgruppen
Gemeinsam können wir dazu beitragen, Versorgungsstrukturen aufzubauen und Wissen weiterzugeben


"Versorgung entsteht im Netzwerk –
durch Austausch, Kooperation und gemeinsames Lernen."
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